Saarbrücker Zeitung, Samstag 27.03.2010

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Saarbrückerzeitung 17.07.2009 

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Grabungshelfer Roland Moritz mit der beschädigten Säule. Foto: Hartmann Jenal 

Randale auf der Teufelsburg 

Historisch wertvolle Säule beschädigt - Polizei ermittelt 


Auf der Teufelsburg in Oberfelsberg haben Unbekannte in der Zeit zwischen Freitag und Montag gehaust und dabei die erst Anfang Juli von Schülern archäologisch frei gelegte Säule (wir berichteten) in der Vorburg mutwillig beschädigt. Nun sperrt die Gemeinde Überherrn die Teufelsburg mit Einbruch der Dunkelheit.


Oberfelsberg. Unbekannte haben im Säulenraum auf der Vorburg der Teufelsburg das Kapitell, einen gewaltigen Steinquader von 50 x 50 x 40 Zentimeter Größe, mit brachialer Gewalt von der 1,3 Meter hohen Säule gekippt und dabei beschädigt.

Die Säule, war erst am 3. und 4. Juli von Schülern des Saarlouiser Max-Planck-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Archäologen Joachim Zeune mühsam freigelegt worden. Die Säule steht nach Angaben des Mittelalterarchäologen Joachim Zeune, der auf der Teufelsburg als wissenschaftlicher Supervisor tätig ist, in dem Kellerraum eines in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts erbauten Gebäudes. Sie gehört mit ihrer wuchtigen Formensprache dem frühen Manierismus an, der in dieser Zeit in Deutschland Einzug hielt. Die Steinmetzarbeit ist laut Zeune vorzüglich, das Kapitell trotz seiner Wuchtigkeit aufwändig gefertigt mit Zierformen. Damit kommt der Säule samt Kapitell ein hoher kunstgeschichtlicher Wert zu, der freilich nicht materiell zu beziffern ist.

Beschädigt wurde das Kapitell an seinen Rändern und die Säule stark an ihrem oberen Rand. Die Schäden erfordern Restaurierungsmaßnahmen in Höhe von ungefähr 500 Euro; hinzu kommen die Kosten für das manuelle Wiederaufsetzen des Kapitells mit stabiler Verankerung (etwa 500 Euro), so dass ein Schaden Von 1000 Euro entstanden ist. Sollte das Aufsetzen nur mechanisch zu bewerkstelligen sein, fallen die Kosten dementsprechend höher aus.

Um den Nachtvandalismus in den Griff zu bekommen, hat sich die Gemeinde Überherrn nun entschlossen, die Teufelsbürg fortan abends mit Einbruch der Dunkelheit zu sperren.

Das Betreten des Grabungs areals bleibt streng untersagt. Auf diese Betretungsverbote wird durch Schilder hingewie sen. Zudem wird die Polizei die Teufelsburg nachts kontrollie ren. Außerdem hat die Ge meinde Strafanzeige gegen Unbekannt wegen mutwilliger Sachbeschädigung bei der Po lizei gestellt. Die Ermittlungen der Polizei laufen.      red 

+ MEINUNG 

Vandalen das Handwerk legen
Von SZ-Redakteurin Margret Schmitz 


Was einer aufbaut, zerstört ein anderer - das ist an der Teufelsburg geschehen. Bloß weil jemand sein Mütchen kühlen wollte, wurde ein kulturhistorisches Denkmal mutwillig beschädigt. Ein so großer Steinblock fällt nicht einfach nach versehentlichem Schubsen von der Säule. Hier waren Zeitgenossen am Werk, die kein Gespür für die Vergangenheit haben. Es ist ja nur ein Stein, höre ich da. Aber auch der ist ein wichtiger Zeuge, und Schüler haben sich viel Mühe mit ihm gegeben. Es ist schade, dass die Teufelsburg jetzt abends gesperrt ist, aber es gibt wohl keinen anderen Weg, um Vandalen das Handwerk zu legen. 




Saarbrückerzeitung 31.07.2008 

Risse stopfen an der Teufelsburg

Ein Jahr lang sollen die Sanierungsarbeiten an dem historischen Gemäuer dauern

Bröckelnder Sandstein und geologische Risse erfordern umfassende Arbeiten am Mauerwerk der Teufelsburg. Anfang Juli startete dort ein Projekt, bei dem nach der Sanierung auch touristische Ziele verfolgt werden sollen.

Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

10.jpgArbeiter bei der Sanierung des Mauerwerks der Teufelsburg. Foto: Johannes A. Bodwing 

Felsberg. "Da sind zwei Risse im Sandstein, die gehen von außen durch bis in die ehemalige Küche der Burg", erläuterte Architekt Robert Steffen am Mittwoch an der so genannten Teufelsburg bei Felsberg. Rund 640 Jahre haben Steine, Fugen und Pflaster auf dem Buckel. Stark gelitten hat die Nordmauer der Burg. Dort sickert Wasser ein, das in kalten Jahreszeiten den Stein sprengt. In Frühjahr und Sommer setzen Pflanzen mit ihren Wurzeln der Festung zu. 

Seit Anfang Juli läuft eine Qualifizierungsmaßnahme des Arbeitersamariterbundes (ASB). Sie sichert einerseits den Bestand der Burg, soll aber auch helfen, Teilnehmer wieder in feste Arbeit zu bringen. "Das macht schon Spaß hier", sagte einer von ihnen, der eifrig alten Mörtel aus den Fugen kratzt, die Stellen säubert und mit frischem Material füllt. 

Probelöcher erlauben einen Blick auf den Zustand im Innern der Burgwand, später schaffen Kernbohrungen auf den oberen Ebenen der Teufelsburg kontrollierte Abflüsse. "Das ist nicht ganz einfach, was hier gemacht wird", sagte Jürgen Weller, Arbeitsanleiter des ASB. Allein dreieinhalb Tonnen Material müssten für Estrich über schmale Wendeltreppen hoch geschafft werden. Aber "was wir heute sehen, das ist nur noch ein Drittel der ursprünglichen Höhe", weiß Robert Sreffen. "Darüber waren noch ein Rittersaal, Räume und Gemächer der Frauen." 

Auf weitere, im Erdreich verborgene Teile der Festung wies Matthias Schmitt hin. Er war maßgeblich an Ausgrabungen und Wiederaufbau beteiligt. "Die Bestandsicherung ist das vorrangige Ziel", sagte Rupert Schreiber vom Landesdenkmalamt. Für weitere Freilegungen seien zudem weitaus größere Mittel erforderlich. Die Finanzierung der laufenden Maßnahme sichern Landkreis Saarlouis und Gemeinde Überherrn zu je 36000 Euro, weitere Gelder kommen vom Land, der Arge, dem ASB und der EU. 

Hintergrund 

1370 erstmals erwähnt, stand die Burg Neufelsberg fast 300 Jahre lang als Kampfburg auf dem Bergsporn bei Felsberg. Erbaut wurde sie unter Herzog Johann I. von Lothringen und Ritter Arnold von Felsberg auf römischen Mauerresten, die noch heute an der Turmecke erkennbar sind. Nach der Zerstörung 1666 diente sie als Steinbruch auch für den Bau der Festung Saarlouis. az 

Saarbrücker Zeitung 
Erschienen:15.05.2008 / SZR / SLS_LOK / CLOK21_3 

Ressort:Lokales 

Textname:sls3.1505.ueberherrn2.ART 

Erfasser:MHEINZE 
Überherrn saniert Teufelsburg 

Beleuchtung der Burg und Ausschank in Felsberg geplant 
Überherrn. Der Zahn der Zeit nagt am historischen Erbe der Gemeinde Überherrn. Für die Teufelsburg sind umfangreiche Sanierungsarbeiten am Mauerwerk erforderlich. Die dafür notwendigen 36500 Euro hat der Gemeinderat im Kulturhaus einstimmig beschlossen. Mit einem Zuschuss des Landkreises in gleicher Höhe steht nun das Geld bereit, um ab Juni tätig zu werden. Finanziert wird damit eine Qualifizierungsmaßnahme der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes. Sie soll unter anderem das Mauerwerk von Schmutz und Vegetation befreien und schadhafte Stellen ausbessern. Die Verwaltung stellte am Donnerstag auch weitere touristische Maßnahmen dar, die später folgen sollen. Dazu gehören beispielsweise eine Beleuchtung der Burg, eine Ausschankmöglichkeit und ein modernes Informationssystem für Besucher. Verwittert und verschüttet ist der alte Stadtmauerweg von Berus. Dieser soll als Bestandteil der touristischen Attraktionen der Gemeinde Überherrn in drei Teilabschnitten wiederhergestellt werden. Der Weg führt vom Torhaus Scharfeneck bis hinab nach Altforweiler. Zwei der Sanierungsphasen sind für Juli dieses Jahres vorgesehen, als Projekte in einem internationalen Workcamp mit Jugendlichen aus der ganzen Welt. Das gesamte Projekt ist mit 30000 Euro veranschlagt und wurde vom Rat einstimmig beschlossen. az 

Bildunterschrift 
36500 Euro zur Sanierung der Teufelsburg bei Felsberg sind bewilligt. Es stehen Arbeiten am Mauerwerk an. Foto: Gerhard Alt 




Saarbrücker Zeitung 21. Juni 2005

http://www.teufelsburg1.de/presse/jpg/014.jpgBilder, mittelalterliches Treiben

In buntem Zug flanierten die Teilnehmer um die Teufelsburg.


Hölliche Hitze und himmliches Vergnügen bescherte ein Supperwetter am Wochenende Hunderten von Bsuchern auf der Teufelsburg. Dort herrschte ein mittelalterliches Treiben mit Ritterkämpfen, Schautänzern, Markt, Possenreißern und Spielleuten. Erstmals veranstalteten die beiden Vereine Fördergemeinschaft und Spielgemeinschaft dieses Fest gemeinsam.

Felsberg. 
"Es soll nicht ein jeder mit den Fingern in die Schüssel greifen, und es soll nicht von fremdem Biere gesuffelt werden!" Derartige Regeln verlas der Marktvogt Andreas Schommer, mittelalterlich genannt "Dries", zur Eröffnung des Mittelalterlichen Treibens auf der Teufelsburg. Die Mägdelein und Weiblein ermahnte der Vogt, "sich sittsam und hochgeschnürt zu gerieren". Leichtere Keuchheitsverstöße wären noch mit einem Gnadenkerzlein bei Sankt Oranna zu sühnen, bei schwereren Vorfällen wider die Sittsamkeit würden die Übeltäter zum Eheschluss verdonnert.

Keine Sittenverstöße

Derartige Vorfälle wurden aber an diesem Wochenende nicht bekannt. Die vielen Besucher aus nah und fern benahmen sich anständig. Sie nutzten die neu geschaffene Parkmöglichkeit und legten den Weg durch den halbwegs kühlen Wald, durch die "Rosch", wie die Einheimischen sagen, gerne zurück. Denn am Wochenende herrschte nicht nur ein buntes Treiben auf der Teufelburg, sondern auch eine höllische Hitze. Ein himmliches Vergnügen war es aber trotzdem, nicht nur für eingefleischte Mittelalter-Fans. 
Die ganz der Tradition Verpflichteten kamen mittelalterlich gewandet: Die Fräulein in langen Gewändern, die Ritter in schwerer kriegerischer Montur, einige gar im Kettenhemd. Da schwitzten die Recken, dass es eine Art war. Sie betätigten sich aber auch in ihrem Gewerbe und zeigten Schaukämpfe. Für den Nachwuchs fanden eine Knappenschule und Wettkämpfe statt, aus denen Knappen als Junker und Junker als Edelmänner hervorgingen. Die Freie Ritterschaft der Teufelsburg (eine Unterabteilung der Fördergemeinschaft) hat dafür einen Kodex erstellt. Unterdessen versuchten sich zahlreiche der ganz Kleinen bis sechs Jahre als Pagen mit Holzsschwertern.

Lautstarkes Feilschen

Gruppen wie die "Sentanos", die "Wenduls" oder die "Aschbachtaler", die teils eine etwas weitere Anfahrt in Kauf genommen hatten, schlugen ihre Heerlager auf. Um die Burg herum boten Händler aus nah und fern ihre Waren feil. Lautstarkes Feilschen war nicht selten. Immer wieder bildeten sich auch Grüppchen um die Spielleute, Märchenerzähler, Handwerker und Possenreißer. Zauberer Kaliko verblüffte das Volk mit Magie. Die Tanzgruppen Miraval und Catcantay zeigten historische Tänze, die Musikgruppen Arundo Sonans und Danserye spielten auf alten Instrumenten alte Weisen. Werner Schierle, Sackpfeifenspieler von Danserye http://www.danserye.de),/ der im Sommer fast jedes Wochenende auf Burgen zugange ist, lobte die Teufelsburg und den unglaublichen Ausblick in den höchsten Tönen. Leo Robert, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der Felsberger Vereine, befand, die Teufelsburg und die "Rosch" seien wichtige Naherholungsziele. Norbert Güthler-Tyaks, der Vorsitzende der Spielgemeinschaft, und Monika Podzierski, die Vorsitzende der Fördergemeinschaft, äußerten sich erfreut darüber, dass beide Vereine das mittelalterliche Treiben zusammen veranstalteten. Der Erlös soll für Reparaturarbeiten verwendet werden. Nach Auskunft des Kassierers Herbert Weis hat die Fördergemeinschaft im letzten Jahr 17000 Euro in die Teufelsburg investiert.Nächstes Highlight auf der Teufelsburg ist das Stück "Ivanhoe" am 16. und 23. Juli um 22 Uhr, am 17. und 24. Juli um 16 Uhr. Eine Zusatzvorstellung wird am 29. Juli auf der Siersburg gegeben. Karten gibt es im Vorverkauf bei Pieper Saarlouis und im Hotel Felsberger Hof.