Die Teufelsburg Legende

Boten hatten auf schnaubenden Rossen, dem Herrn von Felsberg die Nachricht gebracht:

"Es hat der Herr von Siersburg beschlossen, noch eh zu End die selbige Nacht, will er sich mit Euch, sollts Euch nicht bangen, messen im Zweikampf vor Wallerfangen, und so entscheiden den häßlichen Streit, durch den eine Frau euch Brüder entzweit. Wer im Rittertunier den andren bezwingt, Alice von Forbach als Ehweib erringt!"

Es riefens die Boten, spornten die Rosse und jagten wieder hinaus aus dem Schlosse, hinterher grollte des Ritters Fluch:

"Vermeldet Graf Siersburg des Felsbergers Kunde, ich sein Bruder ruf den Teufel zum Bunde. Webt eurem Herrn schon das Leichentuch!"

Kaum war der Ruf im Winde verhallt, trat in die Burg als finstre Gestalt der "Junker Jörg mit dem Hinkebein", präsentiert dem Ritter den Schein:

"Soll ich euch helfen beim tödlichen Raufen, müßt Ihr mir Graf, Eure Seele Verkaufen!"

Er nahm die rote Feder vom Hut,

"Unterschreibt den Vertrag mit drei tropfen Blut!"

Vor Wallerfangen beim Hahnenschrei, traf sich am Morgen die Kumpanei, und ehe noch erloschen das Morgenrot, schlug der Ritter von Felsberg den Bruder tot. Der Teufel jauchste und schwelgt in Lüsten:

"Last Herr von Felsberg, die Hochzeit Euch rüsten!"

Burg Felsberg aber ward im Land die Teufelsburg genannt. Ihre Türme, ihre Hallen sind schon längst zu Staub zerfallen. Doch im Volke lebt heut noch fort die alte Mär vom Brudermord. Und wenn bei Zeit, in sturmdurchwehten Tagen, die schlimme Untat sich aufs neue jährt, hörst in den Wolken Du ein wildes Klagen, weil der von Felsberg in die Hölle fährt.

Oskar Reinhold Beyer

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Zweikampf der Ritter Siersburg-Felsberg